Bartgeier - Vögel in Europa

Foto: iStock/BoukeAtema

Name:

Bartgeier

Wissenschaftlicher Name:

Gypaetus barbatus

Klasse:

Vögel

Ordnung:

Greifvögel (Accipitriformes)

Familie:

Habichtartige (Accipitridae)

Aussehen

Größe:

105–125 cm Körperlänge, Flügelspannweite bis 2,80 m

Gewicht:

5–7 kg

Alter:

Bis zu 40 Jahre

Nahrung

Der Bartgeier ist ein Spezialist unter den Aasfressern: Er ernährt sich fast ausschließlich von Knochen und Knochenmark. Mit seinem kräftigen Schnabel zerschlägt er Knochen, indem er sie aus großer Höhe auf Felsen fallen lässt – eine Technik, die ihn einzigartig unter den Vögeln macht.

Naturdetektiv-Set

Verbreitung

Die Art ist heute wieder in den Alpen, Pyrenäen, im Kaukasus und in Teilen Ostafrikas verbreitet. In Deutschland ist der Bartgeier vor allem im Nationalpark Berchtesgaden wieder heimisch geworden.

Bartgeier Flugbild

Bartgeier Flugbild - Vögel in Europa

Heimsich oder Invasiv

Der Bartgeier war in Mitteleuropa einst ausgestorben, wurde aber durch gezielte Wiederansiedlungsprojekte erfolgreich in den Alpen zurückgebracht.

Lebensweise

Er ist ein Standvogel, der ganzjährig in den Bergen bleibt. Bartgeier sind tagaktiv und bekannt für ihre ruhigen, kreisenden Flüge über den Gebirgszügen.

Lebensraum

Sein bevorzugter Lebensraum sind felsige Hochgebirge mit steilen Wänden und Schluchten, in denen er nistet. Diese Regionen bieten ihm ideale Bedingungen zur Nahrungssuche und zum Brüten.

Feinde

Natürliche Feinde hat der Bartgeier kaum. In seltenen Fällen können Uhus oder Steinadler Jungtiere gefährden. Der größte Feind bleibt der Mensch, insbesondere durch Vergiftungen und Lebensraumverlust.

Interessante Fakten

  • Der Bartgeier hat die größte Flügelspannweite aller europäischen Vögel.
  • Er frisst zu 80–90 % Knochen, was ihn zum einzigen Vogel mit dieser Spezialisierung macht.
  • Jungvögel färben ihr Gefieder mit Eisenoxid aus Erde – ein einzigartiges Verhalten.
  • Trotz seiner Größe ist der Bartgeier ein friedlicher Vogel, der nie lebende Tiere jagt.
  • Sein Nest kann bis zu 2 Meter Durchmesser haben.
  • Naturdetektiv-Set
  • Die Art war in den Alpen mehr als 100 Jahre ausgestorben.
  • Bartgeier können in einem einzigen Flug über 100 Kilometer zurücklegen.
  • Sie spielen eine wichtige Rolle als „Gesundheitspolizei der Berge“, da sie Kadaverreste beseitigen.
  • In Deutschland wurden seit 2021 wieder Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert.
  • Ihr spektakulärer Knochenabwurf aus der Luft ist weltweit einzigartig.

Häufig gestellte Fragen

Wo lebt der Bartgeier in Deutschland?

Er ist vor allem im Nationalpark Berchtesgaden in Bayern anzutreffen, wo er wieder erfolgreich angesiedelt wurde.

Ist der Bartgeier gefährlich?

Nein, der Bartgeier ist ungefährlich für Menschen und andere Tiere – er frisst ausschließlich Aas und Knochen.

Wie groß wird ein Bartgeier?

Er erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 2,80 Metern und eine Körperlänge von über einem Meter.

Warum heißt der Bartgeier so?

Wegen seines auffälligen „Bartes“ aus schwarzen Federn unterhalb des Schnabels.

Naturdetektiv-Set

Wie alt kann ein Bartgeier werden?

In freier Wildbahn bis zu 40 Jahre, in Schutzprogrammen teilweise noch älter.

Wovon ernährt sich der Bartgeier?

Fast ausschließlich von Knochen und Knochenmark, die er mit seinem kräftigen Schnabel zerkleinert.

Ist der Bartgeier in Europa wieder heimisch?

Ja, durch Wiederansiedlungsprogramme in den Alpen, Pyrenäen und im Kaukasus.

Wann brütet der Bartgeier?

Zwischen Dezember und März, oft auf geschützten Felsvorsprüngen.

Wie viele Bartgeier gibt es in den Alpen?

Der Bestand liegt heute wieder bei über 250 Vögeln, Tendenz steigend.

Warum ist der Bartgeier wichtig für die Natur?

Er trägt zur Gesundheit des Ökosystems bei, indem er Tierkadaver verwertet und Krankheitserreger reduziert.

Downloadbereich

Bartgeier Steckbrief - Vögel in Europa

Interessante und spannende Artikel

Bienenfresser

Bienenfresser

Der Bienenfresser (Merops apiaster) ist mit seinem leuchtenden Gefieder einer der spektakulärsten Vögel Europas. In Deutschland kehrt er jedes Frühjahr aus Afrika zurück, um in warmen, offenen Landschaften zu brüten. Mit unglaublicher Präzision fängt er fliegende Insekten in der Luft – darunter Bienen, Hummeln und Libellen – und zeigt dabei seine volle Eleganz. Doch der bunt gefiederte Jäger ist auch ein Indikator für die Gesundheit unserer Ökosysteme: Wo der Bienenfresser lebt, summt das Leben.

Naturdetektiv-Set
mehr lesen
Bekassine

Bekassine

Die Bekassine (Gallinago gallinago) ist ein faszinierender Vogel der Feuchtgebiete Europas. Kaum eine andere Art verbindet so meisterhaft Tarnung, Balzkunst und Lebensraumanspruch. Ihr markantes „Wummern“ in der Dämmerung verrät ihre Anwesenheit, während sie ansonsten im hohen Gras nahezu unsichtbar bleibt. Doch diese scheue Schönheit steht unter Druck: Die Entwässerung von Mooren und die Intensivierung der Landwirtschaft lassen ihren Lebensraum schrumpfen – und mit ihm den Klang des Meckervogels, einst so typisch für die Wiesenlandschaften Norddeutschlands.

mehr lesen
Basstölpel

Basstölpel

Der Basstölpel ist einer der spektakulärsten Seevögel Europas. Mit seiner weißen Silhouette und den schwarzen Flügelspitzen gleitet er über die Nordsee und stürzt sich blitzschnell ins Wasser, um Fische zu erbeuten. Auf Helgoland brütet die einzige deutsche Kolonie – ein beeindruckendes Naturschauspiel, das jedes Jahr zahlreiche Naturfreunde anzieht.

mehr lesen
Bartmeise

Bartmeise

Die Bartmeise ist ein Symbol intakter Feuchtlandschaften. Mit ihrem charakteristischen Ruf, dem auffälligen Bartstreif und ihrem geschickten Klettern im Schilf ist sie einer der charmantesten Vögel Europas. In Deutschland lässt sie sich besonders gut in Schilfgebieten Nord- und Ostdeutschlands beobachten.

mehr lesen
Austernfischer

Austernfischer

Der Austernfischer ist ein charakteristischer Vogel der europäischen Küsten. Mit seinem schwarz-weißen Gefieder, den roten Beinen und dem kräftigen Schnabel ist er leicht zu erkennen. In Deutschland ist er vor allem an der Nordseeküste heimisch, wo er lautstark über den Wattflächen ruft und auf Muschelsuche geht.

mehr lesen
Alpendohle

Alpendohle

Die Alpendohle ist ein faszinierender Hochgebirgsbewohner mit einzigartigen Anpassungen an das Leben in großer Höhe. In Deutschland ist sie vor allem in den bayerischen Alpen heimisch und gilt als Symbol der Bergwelt. Ihre Intelligenz, soziale Lebensweise und Flugkünste machen sie zu einem der spannendsten Wildvögel Europas.

mehr lesen
Fitis

Fitis

Der Fitis zählt zu den bekanntesten Laubsängern Deutschlands und steht beispielhaft für die Artenvielfalt europäischer Wälder und Landschaften. Sein Lebensraum, sein Zugverhalten und seine Rolle im Ökosystem machen ihn zu einem spannenden Beobachtungsobjekt für Ornithologen und Naturfreunde.

mehr lesen
Elster

Elster

Die Elster zählt zu den auffälligsten Vögeln Europas. Mit ihrem schwarz-weißen Gefieder, dem langen Schwanz und ihrem neugierigen Verhalten ist sie kaum zu übersehen. Ihre Intelligenz macht sie zu einem der spannendsten Vögel überhaupt, auch wenn sie nicht überall beliebt ist.

mehr lesen
Feldsperling

Feldsperling

Der Feldsperling (Passer montanus) ist ein kleiner, aber auffälliger Singvogel, der in Deutschland weit verbreitet ist. Mit seiner kastanienbraunen Kopfplatte und den weißen Wangen mit schwarzem Fleck ist er leicht vom Haussperling zu unterscheiden. Als Höhlenbrüter bevorzugt er Waldränder, Hecken und Siedlungsränder als Lebensraum. Sein Gesang ist ein rhythmisches Tschilpen, das die offene Landschaft erfüllt. Trotz seiner Anpassungsfähigkeit ist der Feldsperling in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste, was auf Rückgänge in den Beständen hinweist. Durch das Anbringen von Nistkästen und das Bereitstellen von Futter kann jeder dazu beitragen, diesen geselligen Vogel zu unterstützen.

mehr lesen
Singdrossel

Singdrossel

Die Singdrossel ist ein faszinierender Singvogel, der durch seinen melodischen Gesang und sein interessantes Verhalten beeindruckt. Als Teilzieher passt sie sich flexibel an verschiedene Lebensräume an und spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem, insbesondere durch die Kontrolle von Insektenpopulationen und die Verbreitung von Samen.

mehr lesen
Veröffentlicht am • Zuletzt aktualisiert am