Goldschakal in Bayern - Wildtiere in Europa

Foto: iStock/Gerdzhikov

Der Goldschakalein Wildtier, das aussieht wie eine Mischung aus Wolf, Fuchs und Hund – wird auch in Bayern zunehmend verzeichnet. Obwohl die Art ursprünglich aus dem Südosten Europas und dem Nahen Osten stammt, deuten aktuelle Meldungen darauf hin, dass sich der Goldschakal langsam in die bayerischen Wälder ausbreitet. Dabei fällt auf, dass der Goldschakal kleiner als ein Wolf und größer als ein Fuchs ist.

Bisherige Sichtungen in Bayern

In Bayern gibt es bereits einige Einzelsichtungen, die – so berichtet die Fuldaer Zeitung – in den letzten Jahren dokumentiert wurden:

  • 2012: Im Nationalpark Bayerischer Wald wurde ein Goldschakal durch ein Fotofallenbild nachgewiesen.
  • 2017: Ein Goldschakal wurde auf der A9 nahe Freising überfahren.
  • 2021: Zwei Reiterinnen berichteten von einer Sichtung im Oberallgäu.
  • 2022: Im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau kam es zum ersten dokumentierten Fall, bei dem ein Goldschakal vier Lämmer tötete, wie vom Bayerischen Landesamt für Umwelt bestätigt wurde.
  • Herbst 2024: Am Bodensee – einer Region, in der Bayern mit angrenzenden Gebieten in Kontakt steht – wurden von Wildtierkameras zwei junge Goldschakale eingefangen.

Diese Berichte zeigen, dass der Goldschakal in Bayern zwar noch sehr selten vorkommt, aber erste Anzeichen für eine weitere Ausbreitung bereits vorliegen.

Aussehen und Verhalten des Goldschakals

Der Goldschakal hat eine Schulterhöhe von etwa 50 Zentimetern und erreicht eine Gesamtlänge von 70 bis 90 Zentimetern. Männchen wiegen in der Regel acht bis zehn Kilogramm, während Weibchen zwischen sechs und acht Kilogramm auf die Waage kommen.

  • Fell: Sein Fell ist meist rostbraun bis goldrot gefärbt, wobei längere, dunklere Haare vom Hinterkopf über den Rücken bis zur Schwanzspitze einen sogenannten „Sattelfleck“ bilden.
  • Erkennungsmerkmal: Im Gegensatz zum Fuchs, der einen relativ langen, buschigen Schwanz besitzt, fällt beim Goldschakal der deutlich kürzere Schwanz auf.

Obwohl der Goldschakal scheu ist und den Kontakt zu Menschen meidet, kann er – aufgrund seines opportunistischen Jagdverhaltens – auch kleinere Beutetiere wie Kleinsäuger oder sogar Nutztieren schaden. 

Zukünftige Entwicklungen

Die Ausbreitung des Goldschakals in Bayern könnte langfristig das ökologische Gleichgewicht beeinflussen:

  • Nahrungskreislauf: Als Allesfresser trägt der Goldschakal zur Regulierung von Beständen kleinerer Säugetiere bei und spielt eine Rolle bei der Aasbeseitigung.
  • Konfliktpotenzial: Erste Berichte über Nutztierverluste, wie der Tötung von Lämmern im Landkreis Weilheim-Schongau, zeigen, dass es zu Mensch-Tier-Konflikten kommen kann.
  • Schutzstatus: Da der Goldschakal in Deutschland geschützt ist, darf er nicht bejagt werden. Dies könnte in Zukunft zu Diskussionen über geeignete Managementstrategien führen, um sowohl die heimische Tierwelt als auch landwirtschaftliche Interessen zu berücksichtigen.

Experten wie Felix Böcker von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg warnen bereits, dass man sich auf eine weitere Ausbreitung einstellen müsse. Die bisherigen Sichtungen deuten darauf hin, dass der Goldschakal – obwohl noch selten – das Potenzial hat, sich stärker in Bayern niederzulassen, ähnlich wie in anderen europäischen Regionen, in denen er mittlerweile heimisch ist.

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Goldschakal

Goldschakal

Der Goldschakal (Canis aureus) ist ein mittelgroßes Raubtier aus der Familie der Hunde und ursprünglich in Südosteuropa heimisch. Aufgrund milder Winter und seiner hohen Anpassungsfähigkeit breitet er sich zunehmend auch in Deutschland aus, wo er bereits in Regionen wie Niedersachsen und dem Schwarzwald gesichtet wurde. Der Allesfresser jagt kleine Säugetiere, frisst Aas und sogar Pflanzen. Obwohl er in Deutschland nicht als gefährdet gilt, wird sein Bestand überwacht und in bestimmten Bundesländern im Rahmen des Jagdrechts reguliert.

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