Foto: iStock/Gert Hilbink
Name:
Mittelspecht
Wissenschaftlicher Name:
Dendrocoptes medius
Klasse:
Vögel
Ordnung:
Spechtvögel
Familie:
Spechte
Aussehen
Größe:
etwa 20 bis 22 Zentimeter
Gewicht:
etwa 50 bis 80 Gramm
Alter:
bis zu 10 Jahre in freier Natur
Nahrung
Der Mittelspecht ernährt sich überwiegend von Insekten und deren Larven, die er aus der Rinde und aus Spalten alter Laubbäume pickt, besonders häufig von Käfern und Ameisen. Im Herbst und Winter ergänzt er seinen Speiseplan mit Samen, Nüssen und gelegentlich Baumfrüchten, was in nahrungsarmen Zeiten wichtig für sein Überleben ist.
Verbreitung
Die Art ist vor allem in Mittel- und Südeuropa verbreitet, mit einem deutlichen Schwerpunkt in Mitteleuropa, wo geeignete alte Laubwaldbestände vorkommen. Insgesamt ist die Verbreitung nicht flächendeckend, sondern stark an Regionen gebunden, in denen es ausreichend alte, strukturreiche Wälder gibt.
Heimsich oder Invasiv
In Deutschland ist der Mittelspecht heimisch, jedoch regional verbreitet, weil er sehr spezielle Anforderungen an seinen Lebensraum stellt. Besonders dort, wo alte Eichenbestände erhalten geblieben sind, kann man ihn regelmäßig finden, während er in gleichförmigen, jungen Wäldern meist fehlt.
Lebensweise
Der Mittelspecht ist tagaktiv und bewegt sich geschickt kletternd an Stämmen und stärkeren Ästen, wobei er oft rindennahe nach Beute sucht. Typisch ist, dass er im Vergleich zu anderen Spechten eher leise trommelt und häufiger über Rufe und kurze Kontaktsignale kommuniziert, besonders im Frühjahr.
Lebensraum
Er bevorzugt alte Laubwälder mit einem hohen Anteil an Eichen sowie viel Totholz und grobborkigen Bäumen, weil dort besonders viele Insekten leben und geeignete Höhlenbäume vorhanden sind. Entscheidend ist eine strukturreiche Waldlandschaft mit Lichtungen, Altbäumen und ausreichend dicken Stämmen, in denen Bruthöhlen angelegt werden können.
Feinde
Zu den wichtigsten Feinden zählen verschiedene Greifvögel, die adulte Tiere oder flügge Jungvögel erbeuten können, sowie Marderartige, die Bruten in Höhlen aufsuchen. Zusätzlich sind Nesträuber wie bestimmte Krähenvögel oder andere opportunistische Wildtiere eine Gefahr, vor allem wenn die Bruthöhle leicht zugänglich ist.
Interessante Fakten
- Der Mittelspecht ist enger an alte Eichenwälder gebunden als viele andere Spechtarten.
- Im Gegensatz zu anderen Spechten trommelt er vergleichsweise leise und kommuniziert stärker über Rufe.
- Sowohl Männchen als auch Weibchen besitzen eine rote Kopfplatte, was bei Spechten ungewöhnlich ist.
- Er gilt als Indikatorart für naturnahe Wälder, da er alte Baumbestände benötigt.
- Seine Nahrung sucht er häufig an dicken Ästen und nicht nur am Stamm.
- Der Mittelspecht ist weniger an Nadelwälder angepasst als andere Spechte.
- Er legt seine Bruthöhlen bevorzugt in weiches, morsches Holz an.
- Die Jungvögel bleiben mehrere Wochen in der Höhle, bevor sie ausfliegen.
- Sein Bestand hat sich in einigen Regionen durch Waldschutzmaßnahmen stabilisiert.
- Er ist schwer zu entdecken, da er sich meist im oberen Kronenbereich aufhält.
Häufig gestellte Fragen
Woran erkennt man den Mittelspecht?
Man erkennt ihn an seiner roten Kopfplatte, dem schwarz weißen Gefieder und der eher leisen Trommelweise.
Ist der Mittelspecht in Deutschland häufig?
Er ist regional verbreitet, aber nicht überall häufig, da er spezielle Lebensräume benötigt.
Warum ist der Mittelspecht wichtig für den Wald?
Er hilft bei der Regulierung von Insektenpopulationen und schafft Bruthöhlen für andere Tiere.
Ist der Mittelspecht ein Zugvogel?
Nein, er ist ein Standvogel und bleibt das ganze Jahr über in seinem Revier.
Gibt es Verwechslungsmöglichkeiten?
Ja, besonders mit dem Buntspecht, wobei die durchgehende rote Kopfplatte ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist.
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