Die Wildbrücke News #9 (2025) beleuchten aktuelle Ereignisse rund um Wildtiere und Naturschutz in Deutschland, Europa und der Welt. Von der politischen Debatte um den Wolf über neue Auswilderungsprojekte bis hin zu Zugvögeln und gefährdeten Arten – die Ausgabe zeigt, wie eng Politik, Wissenschaft und Gesellschaft im Umgang mit Wildtieren verflochten sind.
Sprache: Deutsch
Sprache: Englisch
Der Wolf war eines der zentralen Themen der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz in Mainz. Die Länderchefs beschlossen, den Schutzstatus des Wildtieres in Deutschland zu senken und künftig eine stärkere Regulierung zu ermöglichen. Ziel ist laut Beschluss, ein „modernes und praxisnahes Bestandsmanagement“ einzuführen, das die Weidetierhaltung schützt und zugleich den günstigen Erhaltungszustand der Population sichert.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte die unterschiedlichen Herausforderungen der Bundesländer: „Seien Sie froh, dass Sie dieses Problem nicht so haben wie wir in Sachsen.“ Er verwies auf die angespannte Lage im Osten, wo viele Menschen seit Jahren mit wachsender Wolfsdichte leben. Mit dem Beschluss öffnet sich ein neues Kapitel im Wolfsmanagement – zwischen Akzeptanz, Kontrolle und Schutz.
Luchskatze Elisabeth in Baden-Württemberg ausgewildert
Ein positives Signal für den Artenschutz kommt aus dem Südschwarzwald: Die junge Luchskatze Elisabeth wurde erfolgreich ausgewildert. Sie ist Teil des Projekts „Luchs Baden-Württemberg“, das stabile und genetisch gesunde Populationen fördern soll. Nach über 150 Jahren Abwesenheit ist der Luchs zurück in Südwestdeutschland.
Landesumweltministerin Thekla Walker sprach von einem „bedeutenden Erfolg für den Naturschutz“. Elisabeth steht damit symbolisch für das Zusammenspiel von Forschung, Politik und Gesellschaft beim Schutz heimischer Wildtiere.
Kranichzug über Deutschland – Sorge wegen Vogelgrippe
Mit dem Herbst hat der Kranichzug begonnen. Tausende dieser majestätischen Vögel ziehen in Keilformation über Deutschland in Richtung Süden. Doch das Naturereignis wird in diesem Jahr von der Vogelgrippe überschattet. Laut ZDFheute wurden in Norddeutschland zahlreiche infizierte Wildvögel gefunden. Besonders betroffen sind die Linumer Teiche in Brandenburg, wo Hunderte Kraniche verendet sind.
Behörden rufen zur Vorsicht auf: Spaziergänger sollen verendete Tiere nicht berühren und Funde den Veterinärämtern melden. Trotz der angespannten Lage bleibt der Kranichzug ein beeindruckendes Beispiel für die Wanderleistung und Anpassungsfähigkeit europäischer Wildvögel.
Wisente in Bad Berleburg – Zukunft ungewiss
Weniger erfreulich ist die Lage bei den Wisenten in Bad Berleburg. Von ursprünglich rund 40 Tieren leben nur noch etwa 33 in einem eingezäunten Areal. Laut dem BUND NRW ist das Projekt, einst als Vorzeigeinitiative gestartet, in Gefahr. Die Tiere würden nun „zooartig gehalten“, so Holger Sticht vom BUND.
Das Umweltministerium plant, die verbliebenen Tiere an andere Projekte zu verkaufen. Damit droht das Ende des einzigen Freilandprojekts mit Wisenten in Deutschland. Der Fall zeigt, wie fragil erfolgreiche Wiederansiedlungen sein können, wenn Trägerstrukturen und politische Unterstützung fehlen.
Schneeleoparden in Bhutan – Erfolg durch Umwelt-DNA
Ein Lichtblick aus Asien: Forschende haben mithilfe von Umwelt-DNA (eDNA) erstmals Schneeleoparden in mehreren Flusstälern Bhutans nachgewiesen. Der WWF spricht von einem wichtigen Erfolg für den Schutz dieser bedrohten Tierart.
Die Methode ermöglicht es, Wildtiere zu erfassen, ohne sie direkt zu beobachten – ein Fortschritt im globalen Artenschutz. Bhutan gilt damit als Vorreiter beim Schutz seiner Bergökosysteme, in denen Schneeleoparden als Indikatorarten für gesunde Lebensräume gelten.
Die Wildbrücke News #9 zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Themen rund um Wildtiere und Naturschutz sind – von politischen Entscheidungen über wissenschaftliche Fortschritte bis hin zu europäischen und globalen Herausforderungen. Jede Meldung verdeutlicht, dass der Schutz der Natur immer auch eine Frage von Verantwortung, Wissen und Zusammenarbeit ist.
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Igel sind bekannt für ihr markantes Äußeres mit bis zu 8000 Stacheln, die sie als Schutz vor Fressfeinden aufstellen können. Der kleine Säuger ist ein Meister im Aufspüren von Insekten und Schnecken, weshalb er gerne in naturnahen Gärten unterwegs ist. In den kälteren Monaten hält der Igel Winterschlaf, um Energie zu sparen. Doch der Verlust natürlicher Lebensräume und der Straßenverkehr setzen ihm immer mehr zu. In unserem Steckbrief erfahren Sie, wie Sie dem Igel helfen und ihn besser verstehen können.
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